Home > Referenzen > Rhein-Neckar-Arena
 

Fan-Catering bei der TSG 1899 Hoffenheim 


Hoffenheim. 3.300 Einwohner, einer von vier Ortsteilen der Kreisstadt Sinsheim, gelegen etwa dreißig Kilometer südlich von Heidelberg und eingebettet in die weichen Silhouetten kurpfälzischer Landschaft. Mitten in der Provinz wurde ein, nein, das Fußballwunder wahr. Dank Dietmar Hopp. Der SAP-Gründer und Multimilliardär hat seinen einstigen Jugendverein TSG 1899 Hoffenheim kräftig unterstützt und den Dorfverein binnen 10 Jahren aus der Kreisliga in die 1. Bundesliga katapultiert. Und weil es so schön ist, spendierte der Mäzen den Kickern mit der Rhein-Neckar-Arena für 40 Millionen Euro auch noch das passende Stadion mit 30150 Plätzen direkt an der A 6 für den sportlichen Erfolg. GEA Küba hat beim Stadionneubau die Kältetechnik für die 19 Kioske in der Arena geliefert, die die Fanversorgung während des Spiels gewährleisten.

„Technisch war der Auftrag nicht wirklich außergewöhnlich. Die Kühlräume hatten alle mehr oder minder die gleiche Größe, das gleiche Kühlgut zu lagern und damit identische kältetechnische Anforderungen. Dafür war die Kulisse umso imposanter“, schwärmt Ralf Jesumann, verantwortlicher Bauleiter für die Rhein-Neckar-Arena bei der Kühlanlagenbau Süd-West GmbH in Erfurt,  Vertriebs-u. Servicebüro Büro Greiz, ein Tochterunternehmen der Dresdener Kühlanlagenbau GmbH.  Viel Zeit, die Aussicht im Stadion zu genießen, hatte der Vertriebsingenieur  allerdings nicht. „Im April 2008 erhielten wir den Auftrag für die Kühlzellen samt Kältetechnik, interessanterweise direkt als Einzelausschreibung und im Grunde von Hopp persönlich, der ja Bauherr war“, betont Jesumann.

Zu dem Zeitpunkt waren die Rohbauarbeiten im Stadion schon recht weit fortgeschritten, so dass es auf der Baustelle nur so wuselte von Handwerkern aller möglichen Gewerke. „Das war nicht immer ganz einfach, seine Arbeit in Ruhe erledigen zu können. Hinzu kamen die langen Wege zwischen den einzelnen Kiosken. Der Wagen musste grundsätzlich draußen vor dem Stadion stehen bleiben. Was die Logistik erschwerte“, so Jesumann.

Gut eine Woche, bevor die Arena am 24. Januar nach 20-monatiger Bauzeit mit viel Prominenz im Beisein des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger eröffnet wurde, war die Installation der Kühlzellen samt dazugehöriger Technik abgeschlossen.  Nacharbeiten fanden dann schon während des Spielbetriebs statt und gestalteten sich als äußerst schwierig. „Es kam schon vor, das unser Monteur Hunderte von Kilometern anreisten, letzte Bleche anschrauben wollten und unverrichteter Dinge wieder fahren musste, weil ihm der Zugang zum Stadion mit dem Verweis ‚Geheimtraining’ verweigert wurde. Dann war das Stadion „Sperrzone“, betont Jesumann.

Die 19 Kioske im Stadion haben das klassische Fußballfan-Catering-Sortiment:  Also Süßwaren, Getränke, Pommes und Würstchen. Die Getränke und Lebensmittel werden zentral in jedem Kiosk in einer eigenen, vier Quadratmeter großen Kühlzelle bei Plus 5 °C gelagert. Da das Servicepersonal die Kühlzelle eher als großen, begehbaren Kühlschrank nutzt und bei jeder neuen Bestellung die Waren herausnimmt, mussten die installierten Verdampfer zwingend mit einen elektrischen Abtauung ausgestattet werden, um einer Vereisung in Folge der ständigen Warmluftzufuhr verlässlich vorzubeugen.

Installiert wurden ausschließlich GEA Küba-Verdampfer vom Typ DFBE in zwei Baugrößen: Mal mit zwei, mal mit drei Ventilatoren. Die Wahl richtete sich nach dem jeweils zu Grunde gelegten „Nahversorgungsbereich“ der einzelnen Kioske, die allein durch ihre Lage im Stadion nicht alle gleich stark frequentiert werden.

„Wir verbauen in Anwendungsfällen wie diesen, meistens Junior DF-Verdampfer von Küba. Die Geräte sind qualitativ sehr gut, wartungsfreundlich und der Service stimmt auch. Wir haben über Jahre hinweg hervorragende Erfahrungen damit gesammelt und sind restlos von den Küba-Komponenten überzeugt.

Der Küba junior DF ist ein Deckenluftkühler aus der GEA Küba Green Line, der speziell für die gewerbliche Kälte konzipiert ist, in 14 Leistungsspezifikationen angeboten wird und sich durch eine maximale Blasweite von 9 Metern auszeichnet. Die Tauwasserwanne verfügt wahlweise über einen horizontalen und senkrechten Ablauf. Das hochwertig pulverbeschichtete Alugehäuse bietet idealen Korrosionsschutz. Ein integriertes Luftleitblech gewährleistet die optimale Luftführung. Die Tropfwanne ist abklappbar und erleichtert damit die Reinigung und Wartung.

Um zu verstehen, warum Dietmar Hopp bei der TSG 1899 Hoffenheim in die Mäzenrolle geschlüpft ist, muss man ein wenig in die Vergangenheit blicken. Es war in den sechziger Jahren, Hopp ist ein junger, gefährlicher Stürmer, meistens über links dringt er in den Strafraum ein. Und wenn er ein Tor schießt, kommt nach dem Spiel der Metzger vorbei und bringt ihm eine Dose Leberwurst, Hausschlachtung. Damit war  Dietmar Hopp der erste Spieler der TSG Hoffenheim, der quasi auf Honorarbasis spielte. Das hat geprägt. Im Falle Hopp könnte man auch sagen: Manchmal reicht eine Leberwurst, um einen Menschen lebenslang an etwas zu binden.

1989 drohte Hopps Heimatklub der Abstieg in die Kreisliga A. Ein wichtiges Relegationsspiel ging in die Verlängerung und verloren. Am nächsten Tag hat er den Verantwortlichen der TSG mitgeteilt, dass er ihren Verein von nun an fördern wolle. Zunächst überweist er 10000 Mark, es mangelt an tauglichen Bällen und Trainingskleidung. Später ermöglicht Hopp mit dem Bau und dem Betrieb eines Ausbildungszentrums für den fußballerischen Nachwuchs den Einstieg in eine systematische Jugendarbeit. Mit einem Etat von schätzungsweise 40 Millionen Euro startet Hoffenheim 2008/2009 in die 1. Bundesliga-Saison und führt die Liga als Neuling monatelang an. Damit verfügt die TSG über halb so viel Geld wie der FC Bayern, aber fast doppelt so viel wie Energie Cottbus.

An einem Frühsommermorgen 2007 beginnt das bisher letzte Kapitel der Erfolgsgeschichte: Ein paar Dutzend Menschen finden sich auf einer grüne Wiese zusammen, um Dietmar Hopp im verschwitzt weißen Hemd beim Spatenstich für den Arena-Bau zu beklatschen. Seither kicken die Hoffenheimer konstant im oberen Drittel der Bundesliga mit.

 

Für Ralf Jesumann war es das erste Fußballstadion seiner nun mittlerweile 33jährigen DKA-Zugehörigkeit. Für die Dresdener Kälteanlagenbau GmbH hingegen gehören die großen Fußballarenen längst zum Tagesgeschäft. Man war an der Allianz-Arena in München ebenso beteiligt wie bei der kältetechnischen Ausstattung der AOL-Arena und der Bayer-Arena in Leverkusen. Und jedes Mal installierten die Techniker der Kältespezialisten GEA-Küba-Komponenten.