Home > Referenzen > Münchener Markthallen
 

Der gut gekühlte "Bauch von München" 


Sie sind das fünftgrößte Lebensmittelhandelszentrum Europas: Die Münchener Markthallen mitten in der Stadt. Der „Bauch von München" nahe der Isar wurde 1912 eingeweiht und garantiert als städtischer Eigenbetrieb seither die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln und Blumen. Einer der größeren Händler am Standort ist die „Josef Goldstein Fruchtimport-Export GmbH“. Das Unternehmen hat zuletzt drei neue Langzeitlagerräume für Obst und Gemüse samt vorgelagerter Kommissionierzone in den Markthallen bauen lassen und sinnvoll  in die Kältetechnik investiert.


Bei den Verdampfern installierte die beauftragte Kältefachfirma FRIESS-TECHNIK FRIESS GmbH 16 Hochleistungsverdampfer in Industrieausführung mit abklappbaren Kondensatwannen und schwenkbaren Ventilatormotoren der SG-Serie aus der GEA Küba-Baureihe „Blue Line“ um den Hygienestandart IFS (International Food Standard) gerecht zu werden und die Wartungskosten für das Reinigen der Wärmetauscher im Rahmen zu halten.

Die Vorgaben, die Herr Friess-Becker bekam, waren eindeutig: Minimales Investment, verlässliche Sicherheit und fortlaufend niedrige Betriebskosten. Die Kühlräume sollten in eine bestehende Halle gebaut werden. Um den maximalen Raum auszuschöpfen und zeitgleich größtmögliche Sicherheit in den Lagerräumen zu gewährleisten, installierte der Münchener Anlagenbauer vier Verbundanlagen mit jeweils 5 Verdichtern und platzierte diese hinter der Halle. Zur Geräuschminimierung entschied man sich für liegende Scroll-Verdichter und  setzte diese zur besseren Schallabsorbtion zusätzlich in eine Schalldämmumhausung aus witterungsbeständigem Metall ein.

Da Obst und Gemüse schnell vergängliche Frischware sind, investierte Goldstein vor allem in die Sicherheit der Kälteanlage. Gleich zwei Verbundanlagen kühlen die Lagerräume je nach Kühlgut und Bedarf verlässlich zwischen + 6 C° und ± 0 C° herab. Jeder Kühlraum ist mit zwei Küba Blue Line SG-Verdampfern ausgestattet. Pro Verbundanlage wird jeweils 1 Verdampfer je Kühlraum angesteuert. Die Kreuzschaltung gewährleistet auch beim Ausfall einer Anlage die sichere Kühlung der sensiblen Ware. Ein weiterer Vorteil dieses Anlagenkonzeptes ist, dass für die Abtauphasen immer ausreichend Kaltgas zur Verfügung steht.

Bei der Kaltgasabtauung wird das Kühlmittel  über die Verdichter in umgekehrter Richtung durch den Lüftkühler gedrückt. Dadurch wird nachhaltig Energie eingespart. „Ich bin ein Freund dieser Variante, da sie speziell  wegen kleinerer Temperaturdifferenzen zwischen Raumluft und Abtaumedium energetische Vorteile birgt und vor allem Material schonender ist als die Heißgas-Abtauung“, sagt Christian Friess-Becker. „Zunächst führen wir den Gasstrom durch die Tropfwanne der Verdampfer und erst nach deren ausreichender Erwärmung durch den Kühlerblock“, so Friess-Becker. Somit ist sichergestellt, dass das abtropfende Kondensat in der Tropfwanne nicht wieder fest friert.

Zeitgleich können einzelne Verdichter im Teillastbetrieb abgeschaltet werden. Das reduziert die Betriebskosten und ist energetisch günstiger als eine Frequenzregelung.

Die Kühlräume werden mitunter stark frequentiert. Dank der vorgelagerten Kommissionierzone, die als Kältepuffer fungiert und mit insgesamt vier SGB 50-F81 Verdampfern sicher gekühlt wird, sind energetische Verluste in Folge des zirkulierenden Luftaustausches in den Lagerräumen selbst stark reduziert. In Folge dessen sind auch die Abtauzyklen relativ groß. In 2009 leitete die Anlage nur zwölf Abtauungen ein.

Da in den Sommermonaten große Mengen in schnellerer Abfolge eingelagert wurden und die Außertemperaturen entsprechend hoch waren, kam es auch schon mal vor, dass die Anlage in einem Monat bis zu dreimal automatisch abtaute. In den Wintermonaten hingegen war teilweise gar keine Abbauung notwendig. Eingeläutet wird die Abtauung voll automatisch über den Kühlstellregler „QKL-mini 2 “. Der Regler arbeitet mit einem Latentwärmemanagent und leitet den Abtauprozess zum energetisch besten Zeitpunkt je nach Bedarf ein. Das System berücksichtigt dabei schwankende Temperaturdifferenzen. Je nach Bereifungsgrad der Verdampfer erkennt der „QKL- mini 2“, wann eine Abtauung sinnvoll ist und nutzt dabei die Restwärme der Verdampferblöcke.

„Das errechnete Einsparpotential mit dieser Anlagenkonfiguration gegenüber einer klassischen Frequenzregelung der Verdichter und einer herkömmlich zeitgesteuerten Abtauung liegt bei ca. 20%-25 %", sagt Fries-Becker.

Da Obst und Gemüse teils bei einer relativen Luftfeuchte von bis zu 98 % (Spargel) eingelagert werden muss, entschied sich Friess -Becker bei der Wahl der Verdampfer bewusst für die SGB50-F62 Hochleistungsverdampfer der Küba Blue Line. Die Verdampfer sind für hohe Standzeiten ausgelegt und trumpfen mit einer hohen Kühlfläche – ein entscheidendes Kriterium bei dem starken Reifansatz.

Eine optimale Luftumwälzung bei gleichmäßiger Bereifung der Lamellen garantiert die schnelle und gleichmäßige Abkühlung. Das wiederum verhindert, dass dem Kühlgut Feuchtigkeit entzogen wird. Die wenigen und kurzen Abtauphasen sichern eine konstante Raumtemperatur ohne große Schwankungen. Dadurch behält die sensible Ware dauerhaft ihren Frischegrad und damit Geschmack und Aussehen. 

Die Großmarkthalle München ist ein Stück Kulturgut und internationaler Treffpunkt der Obst- und Gemüsebranche. Hier arbeiten 3000 Menschen. Auf einer Fläche von 310.000 m² schlagen 270 Import- und Großhandelsfirmen 140 Warengattungen aus 83 Ländern im Wert von über 750 Millionen Euro um. Hinzu kommen 65 Gartenbau-Erzeugerbetriebe, 45 Blumenhändler und 15 Großhandelsfirmen sonstiger Branchen.  Der Gesamtjahresumsatz wird auf ca. 1.5 Mrd. Euro bilanziert. "Grenzenlos" ist auch das Absatzgebiet des Marktes: er versorgt täglich eine Region mit ca. 5 Millionen Menschen und vermittelt Waren in das gesamte europäische Ausland.