Die öffentlichen Kassen sind leer. Weshalb Kommunen und Länder öffentliche Bauvorhaben immer häufiger durch private Investoren finanzieren lassen. Das Modell nennt sich „Public Private Partnership“ (PPP). Sachsen-Anhalt hat als erstes Bundesland den Neubau und teilweise auch den Betrieb einer Justizvollzuganstalt in öffentlich-privater Partnerschaft verwirklicht. In Burg hat ein Konsortium unter Federführung der Bilfinger Berger BOT GmbH auf einer Fläche so groß wie 27 Fußballfelder Europas modernste und sicherste JVA mit 650 Haftplätzen und einem Gesamtinvestitionsvolumen von 512 Mio. € realisiert. Auch bei der Kältetechnik gingen die Planer auf Nummer sicher: GEA Küba lieferte die Verdampfer für das Kühlzentrum der Großküche.
Die ersten Planungen für das Großprojekt starteten bereits 2002. Im April 2007 tätigte Justizministerin Prof. Angela Kolb den ersten Spatenstich für den JVA-Neubau auf dem rund 220.000 qm großen Areal direkt an der A 2 nahe Magdeburg. Nach gut zweijähriger Bauzeit zogen die ersten „schweren Jungs“ dann Anfang Mai 2009 ein. Kurz zuvor schoben sich gut 22.000 Besucher beim „Tag der offenen Tür“ durch die vier Hafthäuser und nutzen die Chance, bei einem einstündigen Rundgang auch einen Blick in die Haftzellen werfen zu können. Das Land hat einen Nutzungsvertrag über 25 Jahre unterschrieben, zahlt Miete für Versorgungs- und Instandhaltungsarbeiten durch private Dienstleister.
Quasi zeitgleich zum Spatenstich der Ministerin begann die Kühlanlagenbau Süd-West GmbH, ein Tochterunternehmen der Dresdener Kühlanlagenbau GmbH, mit der Planung der Kältetechnik für insgesamt sechs Kühl- und drei Tiefkühlräume der Großküche. Das Konzept sah eine räumlich getrennte Zweiteilung vor in Kühllager und Tages-Kühlraum. Lage und Zuschnitt der Räume waren vorgegeben.
Einerseits war da der in sich geschlossene Kühlkomplex, bestehend aus vier Kühl-, zwei TK- und einem mittig verlaufenden Vorkühlraum mit Schleusenfunktion. Dieser Bereich dient der Lagerhaltung und ist von zwei Seiten begehbar. Einmal direkt von der Küche. Über eine zweite, gegenüberliegende Tür erfolgt die Anlieferung. „Die Türen werden täglich mehrmals geöffnet. Dadurch ist im Vorkühlraum ein recht hoher Luftwechsel mit entsprechender Feuchtigkeitsbildung“, sagt Andreas Henker, verantwortlicher Bauleiter für die JVA Burg im Büro Greiz der Kühlanlagenbau Süd-West GmbH.
Um hier energetisch effizient gegenzusteuern, hat er bei der Projektierung gleich zwei GEA Küba Verdampfer vom Typ junior - DFB mit jeweils drei Ventilatoren vorgesehen. Auf Grund der großen Lamellenoberfläche kann eine ausreichende Entfeuchtung realisiert werden. Wobei die Temperaturdifferenz zwischen Lufteintrittstemperatur und der Verdampfungstemperatur des Kältemittels ca. 5 bis 6 K beträgt. Das Vereisen der Lamellen kann somit auch ohne zusätzliche elektrische Abtauheizung sicher vermieden werden.
„In Anwendungsfällen wie diesen verbauen wir ausschließlich GEA Küba Verdampfer. Und das seit Jahren. Aus unserer Erfahrung gibt es nicht Besseres. Die Serie junior-DF ist vom Handling und der Zuverlässigkeit unschlagbar und verfügt über die notwendigen Leistungsreserven, um auch in Extremfällen immer auf der sicheren Seite zu sein. Außerdem ist der Service wirklich spitze. Taucht wirklich einmal ein Problem auf, ist das Küba-Serviceteam sofort zur Stelle und findet eine Lösung. Darauf ist Verlass“, sagt Henker.
Der Küba junior DF ist ein Deckenluftkühler aus der GEA Küba Green Line, der speziell für die gewerbliche Kälte konzipiert ist, in 14 Leistungsspezifikationen angeboten wird und sich durch eine maximale Blasweite von 9 Metern auszeichnet. Die Tauwasserwanne verfügt über einen wahlweise horizontalen und senkrechten Ablauf. Das hochwertig pulverbeschichtete Alugehäuse bietet idealen Korrosionsschutz. Ein integriertes Luftleitblech gewährleistet die optimale Luftführung. Die Tropfwanne ist abklappbar und erleichtert damit die Reinigung und Wartung.
Die DF-Verdampfer sorgen auch in den Kühlräumen für Fleisch, Molkereiprodukte, Gemüse, Fette und Öle für konstant sichere Kälte. Entsprechend der Raumgröße von knapp 8 qm2 je Kühlraum hat Henker Lamellenpakete mit einem Lamellenabstand von 7 mm gewählt, die in der Leistungseffizienz passgenau darauf abgestimmt sind. Zwecks Abtauung werden die Verdampfer zweimal am Tag kurz ausgeschaltet, nur die Ventilatoren laufen weiter und wirbeln die bis zu 6°C kühle Luft über die Lamellen. „Das reicht, um die Lamellen sicher zu enteisen“, sagt Henker.
In den beiden TK-Zellen, die am hinteren Ende den Kühlkomplexes rechts und links vom Vorkühlraum liegen, wurde jeweils ein GEA-Küba-Hochleistungsverdampfer vom Typ market plus SPB mit einem Ventilator in 7 mm Lamellenabstand und einer Kühlleistung von 2,45 kW installiert. Die Luftkühler sind mit einer elektrischen Abtauung ausgestattet. Die einfach abnehmbaren Seitenteile erlauben einen schnellen Zugriff auf das Lammellenpaket, mit thermostatischem Einspritzventil und den elektrischen Anschlusskasten für die Abtauheizung und die Ventilatoren. Das reduziert die Wartungskosten. „Die GEA Küba-Komponenten sind super wartungsfreundlich. Das ist ein weiterer Grund, warum wir nur diese Geräte verbauen“, so Henker.
Neben dem Kühllager gibt noch einen gesonderten Tages-Kühlraum mit angeschlossenem TK-Raum, der für die Köche wegläufig schneller erreichbar ist und zum Bereitstellen der jeweiligen Mahlzeiten genutzt wird. Die Verdampferausstattung ist identisch mit den übrigen Wärmetauschern, da die Anorderungen identisch waren.
Bei der Installation gab es keine zusätzlichen Auflagen, um die Verdampfer besonders gegen Vandalismus oder Aufschrauben zu sichern. „Im Grunde war es eine ganz normale Baustelle – wenn man erst einmal drin war“, sagt Henker. Ein beklemmendes Gefühl habe er immer nur am Checkpoint gehabt, wo das Sicherheitspersonal sehr rigide die Vorgaben durchsetzte. „Wenn wir mal mit einem Auto kamen, dessen Nummernschild nicht frühzeitig zwecks Prüfung vorgelegt wurde, ließen die einen auch schon mal 1,5 Stunden vor verschlossenen Toren stehen“, erinnert sich Henker.
Im Herbst 2007 begannen die Kältebauer mit der Installation. Die Übergabe erfolgte im Februar 2008. „Nach einem dreiwöchigen Probetestlauf, der einwandfrei verlief, haben wir die Anlage ausgeschaltet. Angefahren wurde sie erst wieder mit dem Einzug der ersten Häftlinge“, sagt Henker. Seither garantieren die Küba-Verdampfer sichere Kälte hinter verschlossenen Türen.