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Blumen mögen’s kühl 


Der Blumenmarkt boomt. Ob Grünpflanzen oder Schnittblumen – die Nachfrage steigt rasant. Die Niederlande sind weltweit der größte Produzent und Lieferant. Dank „FloraHolland“. Die genossenschaftliche Kooperation ist als Zusammenschluss von Produzenten, Blumenaktionshäusern und Exporteuren Weltmarkführer. 2007 kamen in 39 Versteigerungsuhren bei „FloraHolland“ ca. 11. Mrd. Schnittblumen unter den Auktionshammer. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, investiert die Kooperative regelmäßig in Standorte und erweitert kontinuierlich die Lagerkapazitäten. Bei der Kältetechnik setzen die Niederländer auf Hochleistungs-Luftkühler von GEA Küba.

Schnittblumen sind ein vergängliches Gut und stellen besondere Anforderungen an die Kältetechnik. Direkt nach der Ernte geht es ins zugfreie Kühlhaus, wo die Pflanzen bei einer relativen Luftfeuchte von 80% bis zu ihrer Versteigerung am nächsten Morgen auf einer der großen Blumenaktionen je nach Pflanzenart mal bei +2°C, mal bei +8°C, mal bei +16°C in mit Wasser gefüllten Eimern gelagert werden.

Am Standort Rijnsberg investierte „FloraHolland“ einen zweistelligen Millionenbetrag und verdoppelte die Lagerfläche der dortigen Exportniederlassung. Für einen großräumigen Anbau war nicht die nötige Freifläche vorhanden. Also entschied man sich, in das vorhandene Gebäude eine Zwischendecke einzuziehen und die Lagerfläche im laufenden Betrieb so um 10 780 m2 zu verdoppeln. Dafür musste die Dachkonstruktion um einige Meter angehoben werden.

Für die Anlagenbauer von GEA Grenco war das eine echte Herausforderung. Die niedrige Bauhöhe ließ die Installation von Standard-Luftkühlern nicht zu. Hinzu kam, dass der Luftstrom durch die geringe Raumhöhe relativ nah über die Blüten hinweg ziehen würde. Weshalb leistungsstarke Luftkühler mit zeitgleich geringer Luftgeschwindigkeit zwingend waren.

Fündig wurden die Planer bei den von GEA Küba eigens auf diesen Anwenderfall hin abgestimmten DZ-Luftkühlern. Der geräuscharme Betrieb, ein niedriger Luftstrom und eine Kühlleistung von 20 kW zeichnen den Hochleistungsluftkühler aus. Der geringe Luftstrom  verhindert verlässlich die Tröpfchenbildung des Kondenswassers auf Blüten und Blättern. Kondenswasser bildet den Nährboden für Pilze, die schnell zum Komplettverlust der Ware führen würden.

Um die Bauhöhe der Luftkühler zu verringern, wurden die Aufhänger sowie die Tropfwasser–Anschlüsse verändert. Die Tropfwannen sind abklappbar und somit schnell und unkompliziert zu reinigen. Das vereinfacht das Handling im Alltagsbetrieb. Insgesamt 217 GEA Küba-Luftkühler sind auf den zwei Etagen verbaut.

Für die computergestützte Steuerungstechnik und das Notstromaggregat trennten die Planer im Obergeschoss einen abgeschirmten Raum ab und brachten hier die zentrale Kältetechnik unter. Um auf beiden Lagerebenen unabhängig voneinander eine verlässliche Kälte gewährleisten zu können, installierte GEA Grenco eine Anlage mit zwei wassergekühlten GEA Duopack Ammoniak-Kaltwassersätzen Typ FX PP 2 x 1100 mit einer Kälteleistung von über 3 MW. Der Maschinenraum ist so konzipiert, dass er sich für zwei zusätzliche Kühlanlagen mit gleicher Leistung eignet: Kapazitive Reserven für die nächste Erweiterung.

Das Kälteträgersystem arbeitet bei -7°C. Die frequenzgesteuerten Medienpumpen wälzen 135 m3 Wasser-Ethylenglykol-Gemisch um und fördern das Kühlmittel direkt zu den Luftkühlern. Jeder Lagerraum verfügt über einen eigenen Pumpenkreislauf. Dadurch wird gewährleistet, dass die unterschiedlichen Temperaturanforderungen der verschiedenen Pflanzen in den entsprechenden Lagerräumen konstant  erfüllt werden. Nach vierjähriger Bauzeit wurde die Kälteanlage im April 2008 fertig gestellt und in Betrieb gesetzt.

Parallel zur neuen Kälteanlage installierte „FloraHolland“ ein automatisches Transportsystem. Das war zwingend notwendig, um das gesteigerte Warenaufkommen überhaupt handeln zu können. Insbesondere der boomende Online-Handel bei Auktionen beflügelt die steigende Nachfrage und erfordert eine Anpassung der Kapazitäten. Gut 40 % aller Blumen werden mittlerweile online versteigert, ohne dass der Bieter die Blumen real gesehen hat.

Um bestens für die Zukunft im e-commerce aufgestellt zu sein, investiert FloraHolland in den nächsten Jahren gut 80 Mio. Euro in einen standardisierten Stapelwagen für alle 6 Standorte.

Am 1. Januar 2008 fusionierten Bloemenveiling Aalsmeer und FloraHolland. Die neue Genossenschaft FloraHolland bietet Erzeugern und Kunden ein Netzwerk von sechs Niederlassungen (Aalsmeer, Naaldwijk, Rijnsburg, Venlo, Bleiswijk und Eelde), ein landesweit tätiges Vermittlungsbüro (FloraHolland Connect) und eine zentral geleitete Importabteilung. FloraHolland beschäftigt 4500 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt mehr als 4 Mrd. Euro.